Sand-Kunst 2020 im Blühenden Barock

Sand-Kunst vom 04.07. bis 27.08.2020

Ein Wal im Schlossgarten? Das klingt unglaublich. Wer die Sand-Kunst-Ausstellung besucht, kann im Sommer sogar einen ganzen Zoo voller Tiere entdecken, darunter ein Pfau mit wunderschönem Gefieder. Internationale Sandkünstler lassen vor den Augen der Besucher aus jeweils dreißig und mehr Tonnen Sand riesige, detailreiche Figuren entstehen. Noch verraten Sie nicht alle Tiere, welche sie erschaffen werden, und so wird der Nordgarten zum spannenden Open-Air-Atelier.

Viele der tierischen Skulpturen werden bereits am Eröffnungstag zu bewundern sein oder im Rahmen des 24-Stunden-Speed-Carving-Wettbewerbs am selben Abend fertiggestellt sein. Doch damit nicht genug! In den folgenden Wochen werden während der laufenden Ausstellung weitere tierische Sandskulpturen, bei deren Entstehung die Besucher den Künstlern über die Schulter schauen können, entstehen. An den Wochenenden gibt es für Kinder und Junggebliebene das Angebot ihr eigenes Standbild mit buntem Sand zu kreieren und dies sogar mit nach Hause zu nehmen. Für entspanntes Sommer-Feeling sorgen Sandkästen, Liegestühle unter Platanen, leckere Spezialitäten vom Grill und exotische Getränke!

Warum halten die Sandskulpturen so lange?

Viele haben schon einmal eine Sandburg am Strand gebaut. Mit nassem Sand ist das recht einfach - aber sobald der Sand getrocknet war, bestand Einsturzgefahr. Aber warum halten die Skulpturen der Sandkünstler so lange?

Die Sandkünstler, auch Carver genannt, verwenden nicht den normalen Sand vom Sandstrand, denn der ist sehr alt und von den Gezeiten bereits rund gewaschen. Er eignet sich zum Bauen etwa so gut als wenn man versuchen würde Tennisbälle zu stapeln. Der Sand den die Carver verwendet muss eckig und scharfkantig sein.

Natürlich sind die Sandsklupturen der Profis auch größer als normale Sandburgen die man im Urlaub baut... man muss aber auch berücksichtigen, dass für eine Figur 30 Tonnen Sand und mehr verwendet werden. Bevor die Carver aber loslegen können, wird der Sand Schicht für Schicht verdichtet. Und das dauert eine ganze Weile, denn es können immer nur kleine Mengen, also eine Schicht von circa 30 cm Dicke verdichtet werden, denn es ist ganz wichtig, dass der Sand nachher sehr kompakt ist. Beim Verdichten verzahnen sich die eckigen scharfkantigen Sandkörner perfekt und "halten sich gegenseitig" fest.

Das Schnitzen der Sandskulpturen erfolgt dann immer von oben nach unten. Wichtig ist, dass es unten eine "lockere" Schicht Sand gibt, bei der etwaiger Regen gut abfließen und durchsickern kann.

Manche Carver besprühen die Figuren danach noch mit einer eiweißhaltigen Flüssigkeit, die sich wie eine hauchdünne Haut um die Sandskulptur legt, aber dennoch biologisch abbaubar ist. Diese unsichtbare Haut gibt einen temporären zusätzlichen Schutz gegen Starkregen, so dass Sandskulpturen extrem lange haltbar sind.