60 Jahre Blühendes Barock - wie alles begann...

Wie alles begann…..

Das Blühende Barock Ludwigsburg feiert im Jahr 2014 sein 60-jähriges Jubiläum. Mit seinen weitläufigen Parkanlagen und der farbenfrohen Blütenpracht ist es auch heute noch eines der bezaubernsten Highlights für Besucher aus aller Welt.

Kaum zu glauben, dass in dieser prachtvollen Gartenanlage einstmals Mostobst und Kartoffeln angebaut wurden und allerlei dunkle Gestalten hier Unterschlupf fanden. Denn das Blühende Barock, so wie es sich heute präsentiert, besteht erst seit 60 Jahren. Im Laufe der Jahrhunderte hat es hochherrschaftliche, aber auch sehr dunkle Zeiten erlebt. Die Regenten ließen den Schlossgarten nach jeweiliger Mode umgestalten oder auch einfach brach liegen. Als Albert Schöchle, Direktor der staatlichen Anlagen und Gärten, im Jahr 1947 die Leitung des Schossparks übernahm, befand sich die Anlage in einem denkbar schlechten Zustand. Der untere Teil war derart verwildert, dass man kaum durch das Dickicht von wildwuchernden Eschen und Gestrüpp kam. Hier machten dunkle Gestalten ihre obskuren Geschäfte und versteckten ihr Diebesgut. Der obere Gartenteil diente während und nach dem 2.Weltkrieg zum Anbau von Kartoffeln und Gemüse – war also auch kein Schmuckstück. Für Sanierungsmaßnahmen war kein Geld vorhanden. Doch Schöchle war clever und überlegte sich eine gewitzte Strategie. Mit einer Pressekonferenz vor Ort überzeugte er die Öffentlichkeit, dass hier dringend etwas geschehen musste. Jetzt fehlte nur noch die Finanzierung. Auf der Bundesgartenschau 1951 in Hannover hatte er die Idee, 1954 in Ludwigsburg ebenfalls eine Gartenschau auszurichten - passend zum 250-jährigen Schlossjubiläum.

Von nun an kämpfte Schöchle um finanzielle Beteiligungen von Stadt und Land sowie gegen die Zeit: Im März 1953 bekam er die Genehmigung, ihm bleiben allerdings nur noch 13 Monate bis zur Eröffnung. Allein im Südgarten mussten 100.000 Kubikmeter Erde bewegt, Blumen, Sträucher und Bäume gepflanzt sowie Wege angelegt werden. Im Park war nicht weniger zu tun. Unerwartete Hilfe kam von den amerikanischen Truppen, die für Cola und Rostbraten ihre Planierraupen zu Höchstleistungen antrieben. Am 23. April 1954 war es dann soweit: Bei strahlendem Wetter konnte die Eröffnung stattfinden. Etwa 70 Prozent der Ludwigsburger löste eine Dauerkarte. Das hatte es bisher noch nie bei einer Gartenschau gegeben! Fast drei Millionen Besucher kamen zur Ausstellung. Und Schöchle hatte es geschafft. Er veranstaltete die erste Gartenschau, die sich finanziell selbst tragen konnte. Es gab allerdings noch einen weiteren Erfolg, den er vermutlich vorausgesehen bzw. beabsichtigt hatte: Das Blühende Barock war den Ludwigsburgern inzwischen ans Herz gewachsen und konnte sich als Dauergartenschau etablieren.

Das Lächeln eines Kindes…
Schöchle wusste, dass er weitere Attraktionen brauchte, damit das Blühende Barock auf Dauer für die Besucher interessant blieb. Ein Märchengarten, wie der bei Tillburg, schien die Lösung. Doch zunächst hatte er das Problem, den Aufsichtsrat, der sich „einen Märchengarten bestenfalls auf dem Niveau von Gartenzwergen vorstellte“ zu überzeugen. Schöchle erhielt erst das Einverständnis, als er mit dem gesamten Aufsichtsgremium den holländischen Märchenpark de Efteling besuchte sowie mit dem Argument des thematischen Bezugs zu den barocken Sitten, Wasserscherzen und Märchengestalten.

Doch Schöchle wollte nicht einfach ein Plagiat schaffen. Wie zuvor die Gartenschau, musste sein Märchengarten etwas ganz besonderes sein. So entstand ein bezauberndes Kleinod, mit einem für jedes Märchen typischer Szenerie. Steht das Kind davor, wird das Märchen lebendig und erzählt seine Geschichte.

Für Schöchle war der Märchengarten ein persönlicher Erfolg, denn er sagte einmal: „Das Lächeln eines Kindes und das freudige Aufleuchten seiner Augen sind mir mehr wert als das Nicken von hundert Rauschebärten.“ Sieht man die Kinder im Märchengarten, wird deutlich, was er gemeint hat.

Wo die Vergangenheit zur Gegenwart wird…
Der märchenhafte Charme des Blühenden Barock lockt jedes Jahr hunderttausende von Besuchern an. Die sinnliche Blütenpracht der unterschiedlich gestalteten Gärten, die romantische Parkanlage mit ihren verschlungenen Pfaden, die stolze Emichsburg, die einen pittoresken Blick über die traumhafte Umgebung gestattet und der liebvoll angelegte Märchengarten machen den Besuch zu einem unvergessenen Erlebnis. Doch Deutschlands schönste Gartenschau lebt nicht nur vom Zauber seiner historischen Anlage. Denn wie Schöchle schon erkannte, müssen immer neue Attraktionen das Interesse des Publikums erhalten. Deshalb sorgen unermüdliche Gartenkünstler für eine jahreszeitlich veränderte Bepflanzung, so dass man stets etwas Neues vorfindet. Die historischen Spielgeräte, einst zur Unterhaltung Friedrichs II. und der Hofgesellschaft gebaut, wurden restauriert – damit ist es heute jedem möglich, zu spielen wie der König. Der Sardische Garten und der Japangarten erlauben Einblicke die Landschaften ferner Länder. Die Orangerie beherbergt exotische Pflanzen und der Kräutergarten zeigt die Vielfalt heimischer Heilkräuter. Das Musikfeuerwerk, der Lichterzauber und weitere Veranstaltungen bilden die festlichen Höhepunke der Saison – verschiedene Ausstellungen unterhalten mit ausgesuchten Themen.

Im Märchengarten wird auch heute noch ganz bewusst auf Hightech verzichtet. Und grade das verleiht ihm das bezaubernde Flair. Dennoch kommen stets weitere Märchen hinzu, wie in jüngster Zeit die Märchenbahn und der Pinocchio-Tunnel. Und für die Saison 2004 sind sogar drei neue Märchen geplant: aus dem orientalischen Geschichtenreich von Tausendundeiner Nacht.

Das Blühende Barock ist kein Freizeitpark im klassischen Sinne – es ist „ein Park in dem man seine Freizeit verbringen kann“. Seit 60 Jahren und sicherlich noch in

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