Der Obere Ostgarten

Von oben: der Bereich um den Schüsselesee im Oberen Ostgarten.

Herzog Friedrich II. residierte allsommerlich von 1797 bis zu seinem Tode in Ludwigsburg. Der Obere Ostgarten wurde in dieser Zeit grundlegend verändert: das große Opernhaus, unter Carl Eugen erbaut, wurde abgerissen. Ein abwechslungsreicher Garten entstand: Sein hainartig bepflanzter westlicher Teil bildete den Übergang zum mittelalterlichen Thema des Unteren Ostgartens; im östlichen Teil wurde mit einer mediterranen Landschaft samt Spielplatzszenerie die Antike thematisiert. Optischen Mittelpunkt bildet der Schüsselesee, um den sich Spieleinrichtungen der höfischen Gesellschaft wie Karussell, Schaukel, Russische Schaukel, Schiffchenschaukel und Kegelbahnen gruppierten. Die Ruine eines ‘antiken’ Aquädukts, hinter dem sich ein Spiel- und Gärtnerhaus verbirgt, ein mediterraner Weinberg mit Weinberghaus, das Känguruhhaus mit Gehege sowie arkardenförmige Rankgerüste runden das Bild ab.

Der Sardische Garten

Das Steintor im Sardischen Garten

Betritt man die Großvolière Oberen Ostgarten her, so erlebt man eine harmonische Fortsetzung des mediterranes Flairs entlang dem sonnigen Hang. Und doch ist dieser Bereich etwas anderes. In der Volière ist der südländische Charakternoch filigraner und detaillierter und zeigt ein variantenreiches Spiel zwischen Pflanzen, Tieren und Gestein.

Der Weg führt durch ein neolithisches Tor, vorbei an Trockenmauern mit typischen Moosen und Flechten, zu einem kleinen Brunnen. Und weiter geht es auf einen kleinen Hügel mit einer Schäferhütte, umgeben von Olivenbäumen, Korkeichen und Johannisbrotbäumen. Ein kleiner Teil mit Wasserkaskade schließt sich an; Palmen und Zitrusbäume und blühende Sträucher wechseln ab mit aromatischen Stauden, Gräsern und Sukkulenten.

Der Japangarten im Blühenden Barock

Als Ludwigsburg und die Parkanlage gegründet wurden, nahm man in der Gartenkunst Anregungen fremder Kulturen auf, um Bildung und Weltoffenheit zu demonstrieren. An diese Tradition anknüpfend wurde der Japangarten 1979 angelegt. Die japanische Gartenkunst ist aus den Religionen des Shintoismus und des Zen-Buddhismus entstanden. Die Gestaltung hat den klaren Formen der Natur zu entsprechen und soll den Garten in einen Ort der Ruhe und der Sammlung verwandeln.

Tritt man durch die Pforte in den Wandelgarten öffnet sich das Sinnbild einer Gebirgslandschaft, durch die sich ein Fluss aus weißen Kieseln windet, der sich an rauen Felsen bricht. Alles wirkt scheinbar wie zufällig angeordnet. Doch gerade in dieser Zufälligkeit liegt die Kunst, einen natürlichen Eindruck zu erwecken. Von einem Bambusstab tropft klares Wasser in ein steinernes Becken, filigran geschnittene Kieferngruppen deuten Wald an. Ein Pfad aus Steinplatten führt zu einem kleinen Teich, in den sich ein lebhafter Bach über Kaskaden und Wasserfälle ergießt. Verlässt man diese Szenerie, folgt man dem Bachlauf durch eine sanfte Tallandschaft mit saftigen Grünflächen